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Was ist Coaching?

Coaching ist ein Beratungskonzept, das hierzulande zunehmend an Bedeutung gewinnt und aus dem Bereich Personalentwicklung nicht mehr weg zu denken ist.

Der Begriff „Coach“ kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „die Unterstützung eines Sportlers beim Wettkampf“. Kein Leistungssportler wäre zu Höchstleistungen fähig, wenn er nicht durch seinen Coach darin unterstützt würde. Übertragen auf Wirtschaft, Industrie und Verwaltung geht es um die optimale Betreuung von Führungskräften des mittleren, gehobenen und des TOP-Managements bei der Vielfältigkeit der anstehenden Aufgaben.

Unter dem Begriff „Coaching“ sind eine Reihe von recht unterschiedlichen Konzepten zusammengefasst, sodass es Sinn macht, hier zu differenzieren. Da das externe Einzelcoaching von Führungskräften am häufigsten nachgefragt wird, sollte es hier näher beschrieben werden. 

Externes Coaching wird meistens dann nachgefragt, wenn

- eine persönliche Krise eingetreten ist, die sich nachteilig auswirkt
- eine Verbesserung des momentane Zustands gefragt ist 
- Kompetenzen erweitert werden sollen. 
- strukturellen Änderungen die eigene Rolle in Frage stellen
- neue Aufgaben anstehen
- Karrierestillstand eingetreten ist
- Komplexe Interaktionsprobleme auftreten

Beispiele wären Symptome von Burnout, Stress, Mobbing, Umstrukturierungen in Unternehmen, politische Veränderungen, ökonomische Probleme, Probleme bei der Mitarbeiterführung oder sogenannte „Karrieresprünge“, die neue Kompetenzen erfordern. 


Abgrenzung zur Psychotherapie

Coaching ist keine Psychotherapie und Psychotherapie ist kein Coaching. Während es sich bei der Psychotherapie um die Heilbehandlung von psychischen Störungen handelt, stellt das Coaching eine psychologisch fundierte Beratung dar, die sich an Gesunde richtet und in erster Linie das Berufsleben fokussiert. Die Grenzen können dabei aber fließend sein, da auch Führungskräfte vor psychischen Krisen nicht gefeit sind. Im Coaching-Prozess können insbesondere soziale Fähigkeiten und Fertigkeiten des Coachee optimiert sowie Interaktions- und Führungssituationen kritisch reflektiert und Bewältigungsstrategien zur Prävention und zum Abbau von Stress und Burnout erweitert werden. Da Führungskräfte beruflich häufig kaum ehrliches Feedback bekommen, kommt dem Coach die Rolle des einfühlsamen und gleichzeitig kritischen Begleiters zu. Im übertriebenen Sinne ist er der „Hofnarr“ aus alter Zeit, der dem Top-Manager (häufig als einziger) den Spiegel vorhalten und ihn, zu seinem Nutzen, in Frage stellen darf.


Ablauf

Coach und Coachee treffen sich zunächst zu einem Vorgespräch. Hier kann man sich schon mal gegenseitig „beschnuppern“, denn wenn die Chemie zwischen beiden nicht stimmt, sollte der Interessent Abstand von einem Coaching nehmen. Im Vorgespräch werden Erwartungen an das Coaching besprochen. Der Klient beschreibt das Problem, bzw. die Sachlage, der Coach gibt eine erste Einschätzung ab und macht einen Beratungsvorschlag. Wichtig ist, hier abzuklären, ob die Erwartungen des Interessenten mit dem Angebot des Coaches übereinstimmen. Es werden Dauer, Anzahl der Termine, Ort, Inhalt und erste mögliche Zielsetzungen besprochen. Auch das Honorar wird vereinbart. 

Je nach Problemstellung und Zielsetzung unterscheidet man drei Arten von Coaching (Schreyögg, 1995):

 Langzeit-Coaching
Diese Art von Coaching dient der kontinuierlichen Begleitung einer Führungskraft und kann über mehrere Jahre gehen. Anfangs sind die Sitzungen wöchentlich, später können zwischen den einzelnen Sitzungen durchaus auch mehrere Wochen vergehen. Der Coach begleitet die Führungskraft und gibt Rückhalt und Feedback.

Thematisch limitiertes Coaching
Hierbei werden von vornherein eine bestimmte Anzahl von Sitzungen vereinbart, um eine umschriebene Problemstellung mit einem klar definierten Ziel anzugehen. Beispielsweise können 10 Treffen vereinbart werden, die in einem bestimmten Zeitrahmen stattfinden sollen.

Krisen-Coaching
Hier geht es um die Bewältigung einer aktuellen Krise, wobei die Dauer des Coachings schwer vorherzusagen ist. Der Coach begleitet den Klienten durch die Krise und entwickelt mit ihm zusammen Lösungsmöglichkeiten.


Ausbildung des Coaches

 Ein guter Coach sollte Diplom-Psychologe sein und über eine abgeschlossene Therapieausbildung verfügen. Dies gewährleistet, dass er wohlüberlegt und abgewogen interveniert und die möglichen Konsequenzen seines Handelns abwägt. Er sollte die Berufswelt aus eigener Erfahrung kennen und eine entsprechende Ausbildung in Industrie, Wirtschaft oder Verwaltung nachweisen können. Von Vorteil sind Erfahrungen in Führungspositionen. Nur Managementwissen oder nur psychologische Fachkenntnisse für sich genommen sind nicht ausreichend. Insbesondere sollte man sogenannte „erfahrene Praktiker“ meiden, die sich psychologische Grundkenntnisse nur angeeignet haben und diese häufig unreflektiert und unprofessionell anwenden. Der Coach ist beileibe kein „Übermensch“, sondern hat eigene Fehler und Schwächen. Er sollte sich regelmäßiger Supervision unterziehen, um eigene blinde Flecken zu bemerken. 

 

Auswahl des Coaches

Der Begriff „Coach“ ist nicht gesetzlich geschützt, sodass sich praktisch jeder als solcher bezeichnen darf. Daher sollte die fachliche Qualifikation des Coaches ein wichtiges Merkmal bei der Auswahl sein. Der Coach sollte in der Lage sein transparent zu machen, was er leisten kann und was nicht. Alleskönner und Überflieger sollte man gleich von der Liste streichen. 

 

Kosten

Coaching ist nicht billig, aber die Kosten-Nutzen-Effekte des Coachings sind mittlerweile wissenschaftlich belegt und unstrittig. Die anfallenden Kosten sind steuerlich absetzbar, da Coaching der Verbesserung der beruflichen Kompetenz dient.


Fazit

Coaching ist eine in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung etablierte und wirksame Methode der beruflichen Beratung und psychologischen Begleitung. Sie wird häufig dann nachgefragt, wenn eine persönliche Krise oder strukturelle, ökonomische, oder politische Veränderungen eingetreten sind, die die eigene Person und Berufsrolle herausfordern und die Weiterentwicklung von Kompetenzen erfordern. Je nach Zielsetzung kann Coaching auf eine bestimmte Zeit begrenzt oder auf unbestimmte Zeit angelegt sein. Coaching sollte nicht mit Psychotherapie verwechselt werden, zumal diese über eine Krankenkasse finanziert werden kann. Bei der Auswahl eines Coaches sollte man sich vom persönlichen Eindruck sowie dessen Qualifikation lenken lassen. Das vereinbarte Honorar ist in der Regel steuerlich absetzbar. 

 

 

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